Ratgeber Gesundheit | Zahnsprechstunde

Ratgeber-GesundheitRatgeber Gesundheit | Ob Mundgeruch, Zahnfleischbluten, Implantate, Brücken oder Diabetes – viele Betroffene kommen täglich mit unterschiedlichsten Fragen zum Zahnarzt. Milan Michalides, Zahnarzt und Implantologe aus der Zahnarztpraxis Michalides & Lang in Stuhr bei Bremen, gibt einen Überblick über die zehn häufigsten Unsicherheiten:

Woran kann Mundgeruch liegen? „Zu über 90 Prozent liegt Mundgeruch an einer nachlässigen Zahnpflege. Gibt es keine nachvollziehbaren Ursachen wie einen kürzlichen Verzehr von Zwiebeln, sollten Betroffene bei länger anhaltendem schlechtem Atem einen Zahnarzt aufsuchen. Denn oftmals stecken behandlungsbedürftige Krankheitsbilder wie Karies, Parodontitis oder Mundtrockenheit dahinter. Auch Mangelernährung oder schlecht sitzende Prothesen können unangenehme Gerüche auslösen. In seltenen Fällen lässt sich auf ein internistisches Problem schließen.“

Muss ich Zahnfleischbluten ernst nehmen? „Nur wenn die Symptome nach etwa sieben Tagen nicht aufhören. Ursache könnte eine Zahnfleischentzündung sein, die sich unbehandelt zu einer Parodontitis, also einer Entzündung des Zahnhalteapparates entwickelt. Neben Vitamin-C-Mangelerscheinungen gelten auch Krankheiten wie Diabetes, Leukämie, Schilddrüsenüberfunktion sowie bestimmte Medikamente als Auslöser.“

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Was kann man gegen Parodontitis tun? „Auslösende Erreger werden beim Zahnarzt mittels Ultraschall und speziell geformter Instrumente beseitigt. Bei fortgeschrittener Parodontitis kommen moderne Laser zum Einsatz. In einigen Fällen unterstützt eine gezielte Antibiotikabehandlung die Therapie. Wichtig: Da Bakterien auf den Partner übertragen werden können, gilt es, diesen gegebenenfalls in die Behandlung mit einzubeziehen.“

Ist eine professionelle Zahnreinigung wirklich sinnvoll? „Ja. Schädliche Beläge, die Karies, Zahnfleischentzündungen oder Schlimmeres hervorrufen, werden durch die tägliche Mundhygiene nicht vollständig beseitigt. Von daher raten Ärzte neben dem hilfreichen Einsatz von Zahnbürste, Zahnseide und Zungenschaber zur jährlichen professionellen Zahnreinigung, um Folgeerkrankungen zu vermeiden.“

Putzt eine elektrische Zahnbürste besser? „Ja, denn die kreisförmigen Bürstenköpfe schwingen etwa 9.000 Mal pro Minute hin und her. Allerdings muss man auch hier Zahn für Zahn reinigen, dafür reichen die Vibrationen jedoch bis in die Zwischenräume.“

Was hilft gegen Zahnarztangst? „Um die Angstspirale erfolgreich zu durchbrechen, helfen oft ausführliche Gespräche, in denen Ärzte auf individuelle Bedenken der Patienten eingehen. Daneben bietet sich die Vollnarkose bei umfangreichen Eingriffen an, in denen Patienten den angsteinflößenden Eingriff im wahrsten Sinne des Wortes verschlafen. Bei kleineren Behandlungen kommt auf Wunsch eine Lachgassedierung zum Einsatz.“

Muss ich empfindliche Zähne hinnehmen? „Nein. Bei leichten Beschwerden können fluoridhaltige Zahnpasta und weichere Bürsten helfen. Tritt keine Besserung auf, versiegeln Zahnärzte empfindliche Stellen mit Fluoridlack oder dünnfließendem Kunststoff. In einigen Fällen lassen sich die Schmerzkanäle mithilfe eines speziellen Lasers innerhalb kürzester Zeit verschließen. Als letzte Möglichkeit können Zahnfüllungen oder Kronen Schmerzen beseitigen.“

Brücke oder Implantat, was ist sinnvoller? „Brücken kommen eher bei einem oder mehreren fehlenden Zähnen im Seitenzahn- oder hinteren Bereich zum Einsatz. Als Stütze dienen benachbarte Zähne, die dafür beschliffen werden. Das hat Vor- und Nachteile: Kaputte Nachbarzähne profitieren von der Verschönerung, ohne zusätzliche Kosten zu verursachen. Bei einer gesunden Nachbarschaft und im Frontzahnbereich raten Ärzte allerdings zu Implantaten. In Verbindung mit Keramikkronen stehen die künstlichen Wurzeln den echten Zähnen in Optik und Funktion in nichts nach.“

Wie pflege ich meine Dritten richtig? „Am besten pflegt man die Dritten wie seine echten Zähne. Bei Brücken oder Implantaten unterstützen zusätzlich Interdentalbürsten die tägliche Mundhygiene. Spezielle Sprudeltabletten entfernen bei herausnehmbaren Prothesen Bakterien über Nacht. Sie ersetzen jedoch nicht die tägliche manuelle Reinigung.“

Gilt für Diabetiker eine besondere Zahnpflege? „Ja, denn hohe Zuckerwerte fördern eine Parodontitis. Selbst einfaches Zahnfleischbluten kann eine gute Blutzuckereinstellung gefährden. Von daher gilt: Besonderes Augenmerk auf die Mundhygiene legen. Neben der regelmäßigen Pflege beispielsweise einmal wöchentlich mit hochdosiertem Fluoridgel putzen. Anschließend die Paste nicht ausspülen, sondern nur ausspucken. Das härtet den Zahnschmelz und beugt Karies sowie Entzündungen vor.“

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